Twitter “Wem folgen” – Oder: wie man ein Feature ruiniert

Seit Twitter unter “Wem soll ich folgen” Empfehlungen anbietet, war die Nützlichkeit begrenzt. Grundsätzlich ist es natürlich nützlich. Wenn ich mich für bestimmte Themen interessiere, dann interessieren mich vermutlich auch mehrere Quellen (bzw. Twitterer). Wenn mich eine Person interessiert, dann möglicherweise auch die Twitterer, denen sie folgt.

In der Praxis war es allerdings schon immer schwierig, insbesondere wenn man Personen in mehreren Sprachen folgt. Empfehlungen an den Account @WebDataSec sind praktisch ausnahmslos deutsch. Ob dies nun auf der Ortung der IP oder der beim Twittern hauptsächlich benutzten Sprache beruht, ist zweitrangig. Tatsache ist, wenn ich sowohl deutsch- als auch englischsprachigen Accounts folge, sollten meine Empfehlungen dies auch berücksichtigen.
Wenn mir Accounts vorgeschlagen werden, denen ich bereits folge, spricht dies auch nicht für die Qualität.

Twitter hat das Feature aber durch eine Änderung vor unbekannter Zeit völlig unbrauchbar gemacht. Verifizierte Accounts überschwemmen die Liste. 18 von 67 Vorschlägen sind in meinem Account verifizierte Accounts. Interessanterweise finden sich all diese Vorschläge in den 30 ersten Empfehlungen.

Interessanterweise wird bei (nahezu) keinem der Accounts angezeigt, dass Personen, denen ich folge, diesem verifiziertem Vorschlag folgt. Kein Wunder. Jennifer Lopez, Heidi Klum oder Eminem haben keine Schnittmenge mit den Personen und Themen, denen ich folge.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen: Google und die Pressestelle von Google Deutschland haben Überschneidungen mit Personen, denen ich folge. Dies dürfte aber eine zufällige Überschneidung wegen dem Themen SEO bzw. Journalismus sein.

Nimmt man das Kriterium “niemand, dem ich folge, folgt diesem Account” hinzu, erklären sich auch drei weitere, türkischsprachige Vorschläge unter den ersten 30, die auf den ersten Blick überhaupt nicht hinein gepasst haben.

Halten wir fest: in den ersten 30 Vorschlägen sind offenbar 21 “manipuliert” bzw. vollkommen unabhängig von Themen und Interessen von Twitter festgelegt worden. Erst unterhalb wird es besser.

In meinem privaten Account ist die Verteilung etwas besser: “nur” 10 aus den ersten 30 scheinen nichts mit mir zu tun zu haben. Insgesamt sind es aber auch 19 von 66 Vorschlägen. Hier gibt es allerdings auch gerechtfertigte Vorschläge, denen niemand folgt, dem ich folge.

Natürlich hat Twitter das Recht, Geld zu verdienen. Wären einige Vorschläge (z.B. 5) “gesponsort” und auch ebenso gekennzeichnet, wäre dies kein Problem. In diesem Umfang und ohne Kennzeichnung ist das versuchte “Unterschieben” aber inakzeptabel.

Halten wir fest: offenbar sind fast ein Drittel aller Vorschläge von Twitter “manipuliert”. Offenbar sollen bestimmte Accounts mehr oder weniger verdeckt “gepusht” werden. Erstaunlicherweise ist der Hinweis “gesponsort” aber die Ausnahme. Trotzdem dürfte die Annahme, dass hier Geld im Spiel ist, nicht zu weit hergeholt zu sein.

Wie sehen denn die Empfehlungen in euren Twitteraccounts aus?

Ein eigenes soziale Netzwerk: BuddyPress 1.5 erschienen

WordPress ist den meisten Menschen nur als Blog-Plattform ein Begriff. Mittels Plugins lässt sich die Funktionalität aber sehr einfach erweitern.

Wer für eine Organisation, ein Unternehmen oder eine Community-Seite ein eigenes soziales Netzwerk aufsetzen möchte, dem bieten sich eine ganze Reihe von Lösungen. Die meisten großen CMS-Systeme wie z.B. Joomla oder Drupal lassen sich mit größerem oder geringerem Aufwand anpassen. Eine kostenlose, “ready-to-run” Open-Source Alternative stellt z.B. elgg dar, das gerade in Version 1.8 erschienen muss.

Wer bereits WordPress einsetzt oder neben dem Social-Network-Element auch eine starke News- und Blogging-Plattform haben möchte, für den stellt die WordPress-Erweiterung BuddyPress eine gute Möglichkeit dar.

Heute haben die Entwickler BuddyPress 1.5 freigegeben. Bei der Überarbeitung wurde der Fokus auf die Überarbeitung des Themes gelegt. Profilfelder lassen sich nun per Drag & Drop sortieren. Die Ladegeschwindigkeit des Themes wurde deutlich verbessert (u.a. dadurch, dass Javascript- & CSS-Dateien nur soweit notwendig geladen werden) und eine für mobile Endgeräte optimierte Ausgabe hinzugefügt.

Neben zahlreichen Bugfixes wurde die Einbettung externer Elemente wie Videos und Grafiken verbessert. Upgrade- und Installationsprozess wurden vereinfacht und der Admin-Bereich verbessert. Auch die Unterstützung multipler Netzwerke in einer Installation (auf Basis der ehemals als WordPress MU bezeichneten WordPress-Netzwerke) wurde deutlich verbessert.

Wer ein eigenes soziales Netzwerk aufsetzen möchte, für den kann die Kombination WordPress/BuddyPress eine Alternative darstellen. Allerdings sollten die möglichen Systeme und ihre Vor- und Nachteile genau verglichen werden. Generell sollte dem Aufbau eines sozialen Netzwerkes eine genaue Zielsetzung und Auflistung der benötigten Features vorausgehen. Wir unterstützen Sie gerne.